Dieser TEXT ist mir auf der Arbeit über den Weg gelaufen.. Eine Arbeitskollegin las ihn vor, zum schmunzeln..
Doch, dieser Text gibt mir zu denken.. Was ist bis dato passiert, das es nicht mehr so ist, wie es einmal war.. Klar, einige Veränderungen sind gut und auch wichtig.. Nehmen wir nur mal das Beispiel mit der Farbe.. Anderseits, wieso spielen die Kinder von heute nicht mehr draußen? Was ist passiert, das es kaum noch Kinderlachen zu hören gibt?
Schon vor längerer Zeit ist mir aufgefallen das, wenn ich mit meiner Familie im Garten bin (und wir sind täglich draußen), wir fast die einzigen sind. Wenn ich an meine Kindheit denke, (und so lange ist sie noch nicht her) ich war oft draußen, und nie alleine..
Aber nun, seit ich wieder arbeite, ja, kann ich verstehen was passiert ist.
Es gibt kaum noch Arbeit, die mit Kindern vereinbar sind. Nehmen wir nur einmal den Einzelhandel. Es gibt immer längere Öffnungszeiten, bis 20:00/21:00/22:00 ja sogar bis 24:00 kann man einkaufen gehen. Früher hat es gereicht, wenn sie bis 16:00 geöffnet hatten.. Heute? Schichtdienst, Nachtdienst, kaum noch Teilzeit vormittags.. Selbst die Kindergärten haben lange geöffnet, Ganztagsschulen und Hort.
Ja und wann sollen und können die Kinder dann noch draußen auf den Straßen spielen?
Die Eltern hetzen meist von der Arbeit zum Kindergarten oder nach Hause, müssen dann noch einkaufen oder sonstige Erledigungen machen, ja und dann ist schon Abendbrotzeit. Und schwups liegen die Kinder im Bett und müssen schlafen...
Und immer mehr Kinder müssen krank in die Schule und den Kindergarten.. Notfalls halt mit Zäpfchen.. Ja klar, jetzt wird heiß gegen an geredet, „das würde ICH nie machen“, „natürlich lassen wir unser Kind, wenn es krank ist zu Hause“... Etc. aber wenn wir mal ehrlich sind?
Genau, es geht nicht immer. 10 Krankheitstage fürs Kind im Jahr sind schnell verbraucht, man hat noch nicht den ersehnten Festvertrag, die Probezeit läuft noch, man wartet auf Beförderung.. Und leider gibt es auch immer mehr Eltern die Zuhause sind und ihr Kind trotzdem bringen („ich brauch auch meine Ruhe“, „sie/er ist so anstrengend“, „nur Probleme“.. Wo wir wieder beim Ausgangspunkt wären, wieso ist das so?) Und und und.. Leider sind die Kinder in diesem Fall die leidtragenden (und ich weiß wovon ich rede, als Angestellte im KiGa)
Und wenn wir dann endlich Zeit haben, am Wochenende oder in den Ferien, die Kinder draußen spielen könnten.. Ich betone das könnten.. Denn dann sitzen die meisten Kinder vor dem TV, der Konsole oder sonstiges, rausgehen? Nein, dann müsste man sich ja mit dem Kind beschäftigen.. Es tut mir leid, aber so ist es doch.? Geht man dann doch raus, heißt es von vielen Eltern, „pass auf“, „nein nein NEIN“, „sei vorsichtig“, „das schafft du nicht“, „nicht so schnell“ etc.
Wo also, können sich die Kinder selbst entwickeln?
Sobald es hinfällt wird glich hin gelaufen.. Man möchte ja nicht als Rabeneltern da stehen. Alles muss doppelt und dreifach gesichert sein, wenn nicht, wird man gleich bloß gestellt, „wie kannst du nur“, „wie unverantwortlich“..
Und immer müssen schon die Kleinsten überall erreichbar sein, das Handy immer dabei, interessieren sie sich gar nicht mehr für Steine, Blätter o.ä. Denn ein Handy ist viel interessanter..
Noch vor einigen Jahren, hab ich über den Film WALL-E (Disney) nicht weiter nachgedacht.. Doch je mehr wir uns in die Zukunft bewegen, sehe ich ihn (natürlich nicht so überspitzt) als jetzt schon Realität. Denn, wenn ich morgens zur Arbeit fahre, und ich kann mich leider nicht davon frei sprechen, gucken die Menschen nur noch nach unten auf ihre Handys, Ipads und sonstigen "Spielkram".. Kaum einer guckt noch ins Gesicht.
Im Restaurant sitzen sich die Leute gegenüber und statt sich zu unterhalten spielen sie mit ihren Handys..
Was also erwarten wir von unserer Gegenwart? Wie sollen unsere Kinder aufwachsen? Mir wäre es lieber, das Zeitalter wäre noch nicht so weit, und ich bräuchte mir keine Gedanken machen, ob ich schräg angeguckt werde, weil mein zwei jähriger Stöpsel noch kein Fernsehen kennt.
Alle Welt spricht von Emanzipation, doch wenn der Preis dafür ist, das sich das Leben von meiner Lüdden in der Krippe abspielt.. Ich würde gern darauf verzichten.
Wie also, kann ich es ändern? Leider bleibt mir keine Möglichkeit. Das einzige, um mein Gewissen etwas zu beruhigen, ist.. Mit ihr unseren Urlaub, unsere Freien Tag und unseren frühen Feierabend zu teilen.. Raus zu gehen und sie einfach Kind sein lassen.. (und auch wenn dies eigentlich selbstverständlich sein sollte, sprengen wir leider auch hier die Regel)